Vorstösse in Richtung Orichiw
Russische Truppen sind auf dem Huljajpole-Abschnitt in der Region Saporischschja laut dem ukrainischen Militäranalysten Kostjantyn Maschowez stellenweise bis zu 19 Kilometer tief in die ukrainische Verteidigung eingedrungen. Nach seiner Darstellung hat das russische Kommando die Hauptkräfte der Truppengruppe «Wostok» auf einen Vorstoss in Richtung Orichiw konzentriert. Beteiligt seien vor allem die 5. und die 35. russische Armee.
Die grössten Geländegewinne verortet Maschowez nordöstlich von Mala Tokmatschka. Dort seien die russischen Hauptkräfte um rund 2,5 Kilometer vorgerückt, während zahlreiche kleinere Sturmgruppen gleichzeitig tiefer in ukrainische Stellungen vorgedrungen seien.
Kleine Gruppen tief hinter den Vorposten
Nach Angaben des Analysten befinden sich russische Soldaten bereits im Raum Tschariwne, das nach seiner Einschätzung fast vollständig eingenommen ist, ausserdem südöstlich von Krasna Krynyzja und sogar nahe Omelnyk. Dieser Ort liegt laut Maschowez fast 19 Kilometer von den bisherigen russischen Hauptpositionen nördlich von Bilohirja entfernt.
Der Raum Krasna Krynyzja – Tschariwne – Luhowske – Bilohirja ist geradezu mit kleinen russischen Infanteriegruppen durchsetzt.
Kostjantyn Maschowez · ukrainischer Militäranalyst
Auch auf anderen Abschnitten seien Vorstösse gemeldet worden. In Richtung Wosdwyschiwka seien russische Einheiten etwa vier Kilometer vorangekommen und hätten die südlichen Dorfränder erreicht. Einzelne Gruppen hielten sich laut Maschowez bereits im nordöstlichen Teil des Ortes auf, während das Zentrum weiter von der Ukraine kontrolliert werde.
Im Raum Werchnja Tersa sollen russische Kräfte 1,5 bis 2 Kilometer vorgerückt sein. Sie seien in das Dorf selbst und westlich davon eingedrungen. Zudem versuchten sie demnach, ukrainische Stellungen bei Horke zu umgehen und weiter in Richtung Huljajpilske vorzustossen. Huljajpilske stehe jedoch weiterhin unter ukrainischer Kontrolle.
Maschowez sieht schwachen Abschnitt der Verteidigung
Maschowez betont, ein erheblicher Teil dieser Bewegungen bestehe aus dem Eindringen kleiner Infanteriegruppen, die im Rücken vorgeschobener ukrainischer Einheiten agierten. Dennoch bewertet er die Gesamtdynamik auf diesem Frontabschnitt als negativ für die ukrainischen Streitkräfte.
Nach seiner Einschätzung haben russische Kräfte einen schwachen Abschnitt zwischen Mala Tokmatschka und Huljajpole erkannt und dort ihre Hauptanstrengung konzentriert. Ukrainische Gegenangriffe auf benachbarten Frontteilen hätten den russischen Vorstoss in Richtung Saporischschja nicht stoppen können. Ihre Intensität nehme ab, während sich russische Truppen erneut verstärkt bewegten.
Der Analyst hält es deshalb für sinnvoller, eine tief gestaffelte Verteidigung aufzubauen und Reserven zu sammeln, statt begrenzte Gegenangriffe fortzusetzen, die die Lage nicht wenden könnten, aber hohe Personalverluste verursachten. Zudem verweist er auf ein deutliches russisches Übergewicht an Kräften und Mitteln im südlichen Frontabschnitt sowie auf weiter bestehende Möglichkeiten zur Verlegung und Versorgung über den Landkorridor zwischen Donbass und Krim.




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