Lage um Dobropillja
Russische Truppen haben nach Angaben des ukrainischen Militärbeobachters Kostjantyn Maschowez die nahen Zugänge zu Dobropillja von Süden und Osten her erreicht. Einzelne russische Infanteristen seien demnach bereits in der Umgebung von Hanniwka, am Abraumhügel am nordöstlichen Stadtrand sowie in südlichen Quartieren der Stadt festgestellt worden.
Maschowez schreibt zudem, einige Tage zuvor sei im Süden von Dobropillja ein russischer Soldat entdeckt worden, der sich teilweise in Zivilkleidung umgezogen habe und per Funk Angaben zur Lage in der Stadt übermittelt habe.
Das Hauptgewicht des russischen Drucks liege auf den Achsen Nowe Schachowe–Hanniwka und Doroschne–Nowyj Donbass. Dort würden an einzelnen Tagen 30 bis 40 russische Soldaten gezählt, aufgeteilt in kleine Gruppen.
Kämpfe südlich und westlich der Stadt
Südlich von Dobropillja dauern die Kämpfe demnach in den Räumen Bilezke, Switle, Tschernihiwka und Krasnopillja an. Russische Gruppen sollen sich in Switle, zwischen Tschernihiwka und Krasnopillja sowie im östlichen Teil von Wodjanske befinden.
Westlich von Dobropillja rücken russische Einheiten laut Maschowez von Nowooleksandriwka in Richtung Wassyliwka und Myrne vor. Weitere Angriffe liefen von Schewtschenko in Richtung Matjaschewe und Dobropillja. Einzelne Gruppen seien bis nach Nowohryschyne und in Gebiete westlich der Stadt vorgestossen.
Weiter nördlich hätten russische Einheiten nördlich und nordwestlich von Kotlyne rund 1,5 Kilometer in Richtung Serhijiwka gewonnen. Im Nordosten halte Russland den südlichen und südöstlichen Teil von Sofijiwka, während die Kämpfe um Torezke andauerten.
Mögliches Ziel der Operation
Maschowez geht davon aus, dass das russische Kommando bei einem Scheitern eines schnellen Vorstosses versuchen könnte, Dobropillja weiter von Westen und Nordosten her zu umfassen. Ziel wäre demnach, die Strassen in Richtung Biloserske zu erreichen und die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte zu erschweren.
Zugleich setze Russland den Druck in Richtung Druschkiwka fort und bilde damit die südliche Flanke einer breiteren Operation gegen den Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk, so Maschowez.
Bereits zuvor hatten ukrainische Soldaten über das Eindringen russischer Kräfte nach Dobropillja berichtet. Ein ukrainischer Kämpfer mit dem Rufnamen «Mutschnoj» erklärte, russische Einheiten drängten weiter in den südlichen Teil der Stadt vor und besetzten dort Wohnblöcke.




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