Die weltweite Geburtenrate dürfte im Jahr 2026 erstmals in der Geschichte unter das Niveau gefallen sein, das für die Reproduktion der Bevölkerung nötig ist. Zu diesem Schluss kommt die Studie Terra Incognita: The Economics of a Shrinking World.
Die Autoren, der Professor der University of Pennsylvania Jesús Fernández-Villaverde und der Doktorand der Northwestern University Patrick Norrick, schätzen das globale Reproduktionsniveau auf etwa 2,2 Kinder pro Frau. Ihren Berechnungen zufolge liegt die weltweite Geburtenrate inzwischen ungefähr auf dieser Marke oder bereits darunter.
Stand 2026 liegt die Menschheit wahrscheinlich unter dem Reproduktionsniveau. Soweit wir wissen, ist das noch nie geschehen – weder in Kriegszeiten noch während Pandemien.
Als Grund nennen die Forschenden den raschen Rückgang der Geburtenrate in Entwicklungs- und Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas sowie den allmählichen Rückgang in Staaten Afrikas.
Falls sich der derzeitige Trend fortsetzt, werde die Weltbevölkerung ihren Höchststand von rund 9 Milliarden Menschen etwa im Jahr 2056 erreichen und danach zu schrumpfen beginnen.
Das liegt deutlich unter der Prognose der UNO. In ihrem mittleren Szenario erreicht die Weltbevölkerung erst Mitte der 2080er Jahre etwa 10,3 Milliarden Menschen. Die UNO geht bisher zudem nicht davon aus, dass die globale Geburtenrate bereits unter das Reproduktionsniveau gefallen ist: Nach ihren jüngsten Schätzungen liegt sie bei etwa 2,2 Kindern pro Frau und dürfte in den kommenden Jahrzehnten weiter sinken.




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