Reuters: Dieselmangel und Exportprobleme treffen Bauern
Ukrainische Drohnenangriffe könnten eine weitere wichtige Branche der russischen Wirtschaft in eine Krise stürzen. Nach einem Bericht von Reuters führen ein Treibstoffmangel und Angriffe auf Schiffe im Asowschen Meer zu erheblichen Problemen für russische Agrarbetriebe.
Angriffe auf Raffinerien haben demnach zu Engpässen und einem Preissprung bei Diesel geführt, der für Traktoren und Mähdrescher zentral ist. Beschäftigte warteten teils stundenlang, um Fahrzeuge zu betanken und zu den Höfen zu gelangen.
Nach Angaben im Bericht verlieren Landwirte wegen der gestiegenen Dieselpreise bereits rund 1'000 Rubel pro Tonne Getreide (rund 11 Franken). Die Beschränkungen im Asowschen Meer hätten diese Belastung faktisch verdoppelt.
Asowsches Meer als Engpass für den Weizenexport
Das Asowsche Meer ist ein zentraler Ausfuhrweg für Getreide aus der Region Rostow. Über diese Route laufen dem Bericht zufolge rund 25 Prozent der russischen Weizenexporte. Wegen der Einschränkungen für die Schifffahrt seien Kaufangebote für Getreide in der Region fast versiegt.
Für viele Betriebe verschärft das die Lage doppelt: Sie müssen ihre Ernte verkaufen und zugleich Diesel sowie Dünger finanzieren. Dadurch sind die Einkommen deutlich unter Druck geraten.
Fachleute warnen laut Reuters, dass Russland dem Weltmarkt 5 bis 10 Millionen Tonnen Weizen fehlen könnten, falls die Lage noch mehrere Monate anhält. Im Vorjahr exportierte Russland 46 Millionen Tonnen Weizen. Das Land ist der weltweit grösste Weizenexporteur und hält mehr als ein Fünftel des globalen Marktes.
Mögliche Folgen für den Weltmarkt
Westliche Medien ziehen bereits Vergleiche mit anderen strategischen Engpässen im Welthandel. Eine länger anhaltende Blockierung der Schifffahrt im Asowschen Meer könnte demnach für den globalen Getreidemarkt ähnlich bedeutsam werden wie eine Sperrung der Strasse von Hormus für den Ölmarkt.
Ob sich diese Folgen materialisieren, hängt davon ab, wie lange die Störungen bei Treibstoffversorgung und Exportlogistik anhalten.




Diskussion
Kommentare
Bitte bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema.
Registrieren oder anmelden, um mitzudiskutieren.
Registrieren oder anmelden