Verkaufsbeschränkungen in mehreren Regionen

In Russland greifen immer mehr Regionen zu Einschränkungen beim Verkauf von Treibstoff. In der Exklave Kaliningrad gilt laut Gouverneur Alexej Besproswannych neu eine Obergrenze von 30 Litern Benzin oder 60 Litern Diesel pro Fahrzeug. Der Gouverneur erklärte, die Nachfrage habe sich in den vergangenen Tagen fast verdoppelt. Die Versorgung laufe weiter über den Seeweg, doch eine übermässige Bevorratung könne die regionalen Bestände rasch aufbrauchen.

Bereits zuvor hatten auch Dagestan und Sewero-Kurilsk ähnliche Schritte angekündigt. Nach Angaben aus dem Ausgangsmaterial gelten vergleichbare Massnahmen inzwischen in mehr als 20 russischen Regionen.

Lange Schlangen in Moskau und im Umland

In Moskau und im Moskauer Umland bleibt die Lage an vielen Tankstellen angespannt. Das Moskauer Portal MSK1 berichtet von langen Warteschlangen an Stationen, die Benzin noch zu annähernd üblichen Preisen verkaufen. Teilweise warteten Autofahrer 20 Minuten bis mehrere Stunden. An anderen Tankstellen fehlte Treibstoff ganz oder es waren nur einzelne Sorten erhältlich.

Überall ist die gleiche Situation, grosse Staus. Die meisten anderen Tankstellen sind zwar offen, aber dort gibt es kein Benzin.

Gleichzeitig zogen die Preise an einzelnen Standorten deutlich an. Laut dem Bericht kostete ein Liter AI-95 mancherorts rund 100 Rubel (rund 1 Franken). Wo die Preise tiefer blieben, bildeten sich die längsten Schlangen. An vielen Orten wurde Benzin zudem nicht in Kanister abgegeben.

Reuters: Wichtige Raffinerie von Lukoil steht still

Ein zentraler Grund für die Engpässe sind Ausfälle in russischen Raffinerien nach ukrainischen Drohnenangriffen. Reuters berichtete unter Berufung auf zwei Branchenquellen, dass die Raffinerie Norschi von Lukoil nach einem Angriff die Verarbeitung von Rohöl gestoppt habe. Beschädigt worden sei eine Anlage der Primärverarbeitung, die rund ein Viertel der Kapazität des Werks ausmache.

Die Raffinerie zählt laut Reuters zu den grössten des Landes, verarbeitet jährlich bis zu 15 Millionen Tonnen Rohöl und produziert rund 5 Millionen Tonnen Benzin. Seit Mittwoch habe das Werk den Verkauf von Benzin und Diesel im Grosshandel an der Rohstoffbörse in St. Petersburg eingestellt. Reuters zufolge ist Norschi bereits die fünfte russische Raffinerie, die im Juni die Produktion eingestellt hat. Zuvor hatten demnach unter anderem Anlagen in Moskau, Nishnekamsk, Samara und Wolgograd den Betrieb unterbrochen.