Angriff auf Odessa mit weitreichenden Folgen
Odessa ist in der Nacht auf Sonntag von einer der schwersten Raketen- und Drohnenangriffe der vergangenen Zeit getroffen worden. Nach Angaben regionaler Behörden und des ukrainischen Militärs wurden auf die Region mehr als 70 Shahed-Drohnen sowie rund 20 Raketen verschiedener Typen abgefeuert.
Die Gebietsverwaltung meldete mindestens acht Verletzte. In zwei Stadtbezirken wurden mehrere Wohnhäuser beschädigt oder teilweise zerstört, zudem wurden Fahrzeuge von Anwohnern beschädigt oder zerstört. Am Morgen lag Rauch über weiten Teilen der Stadt.
Treffer auf Energieversorgung und städtische Infrastruktur
Der Energieversorger DTEK bestätigte Schäden an Energieanlagen in Odessa. Betroffen waren demnach die Stadtbezirke Prymorskyj, Chadschybejskyj und Peressypskyj, in denen die Stromversorgung ausfiel.
Wegen des Stromausfalls stand in grossen Teilen der Stadt auch die Wasserversorgung still. Der Betreiber Infokswodokanal teilte mit, dass zentrale Anlagen ohne Elektrizität geblieben seien. Wasser habe es vorläufig nur in einzelnen Wohngebieten gegeben.
Die Stadt stellte nach dem nächtlichen Angriff zudem den elektrischen Nahverkehr ein.
Raketen weitgehend nicht abgefangen
Nach Angaben der Luftwaffe wurde über der Region Odessa in der Nacht keine einzige Rakete abgeschossen. Eingesetzt worden seien Iskander-, Oniks-, Zirkon- sowie luftgestützte Ch-31P-Raketen. Die Gesamtzahl dieser Raketen nannte das Militär nicht, erklärte aber, ein Teil habe seine Ziele nicht erreicht.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach später von schweren Zerstörungen in mehreren Landesteilen. Für Odessa nannte er Schäden an Energieobjekten, Wohnhäusern und Hafenanlagen.
Hafenregion und Verkehrswege im Fokus
Russland erklärte seinerseits, in Odessa und im Gebiet Odessa Hafeninfrastruktur getroffen zu haben. Genannt wurden unter anderem Treibstofflager, militärisches Material und ein Umschlagkomplex. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung im Detail.
In der Region wurde zudem nach dem Angriff eine Sperrung der Brücke bei Majaky gemeldet. Die Verbindung gilt als wichtiger Verkehrsweg zu den Donauhäfen, die für den ukrainischen Seehandel seit der Blockade anderer Schwarzmeerhäfen stark an Bedeutung gewonnen haben.




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