Nächtliche Einschläge in mehreren Stadtteilen

Bei einem nächtlichen Raketenangriff auf Kiew sind in mehreren Stadtteilen Brände ausgebrochen. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete im Desnjanskyj-Bezirk einen Treffer in Lagergebäuden. Im Swjatoschynskyj-Bezirk habe es zudem einen Brand in einem Nichtwohngebäude gegeben.

Nach Angaben der ukrainischen Katastrophenschutzbehörde DSNS brannten im Swjatoschynskyj-Bezirk später ein Verwaltungsgebäude, Lagerflächen und ein Garagenkomplex. Zudem seien ein Verwaltungsgebäude und Strassenbahnen beschädigt worden. Auch im Desnjanskyj-Bezirk sei durch den Angriff ein Feuer in Lagerhallen ausgebrochen.

Aus der Stadt wurden zudem Stromstörungen gemeldet.

Eine Tote, mehrere Einschlagsorte

Der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, teilte mit, dass infolge der nächtlichen Attacke eine Frau getötet worden sei. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Die DSNS bestätigte später ein Todesopfer.

Die ukrainischen Streitkräfte erklärten, Russland habe in der Nacht sieben Raketen eingesetzt. Demnach wurden fünf ballistische Raketen vom Typ Iskander und S-400 sowie zwei Antiradar-Raketen Ch-31P vom Schwarzen Meer aus gestartet. Keine der ballistischen Raketen sei abgefangen worden; die beiden Ch-31P hätten ihr Ziel nach ukrainischen Angaben nicht erreicht.

Zugleich meldete das Militär den Abschuss von 139 von 169 Drohnen. Einschläge ballistischer Raketen habe es an vier Orten gegeben, Drohnentreffer an elf Orten.

Unterschiedliche Darstellungen zu den Zielen

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der nächtliche Angriff habe Objekten der ukrainischen Rüstungsindustrie in Kiew gegolten. Genannt wurden unter anderem ein Unternehmen namens Samsung-Ukraine, in dem nach russischer Darstellung Komponenten für Marschflugkörper des Typs FP-5 Flamingo produziert und gelagert worden seien, sowie eine Montagehalle für Drohnen mittlerer und grosser Reichweite.

Die ukrainische Seite bestätigte diese Darstellung nicht. Aus Kiew wurden stattdessen Schäden an Verwaltungsgebäuden, Lagerflächen und ziviler Infrastruktur gemeldet.

Nach späteren Angaben wurde bei dem Angriff auch ein Lager des US-Tabakkonzerns Philip Morris zerstört. Es soll bereits der vierte Treffer auf das Unternehmen seit Kriegsbeginn gewesen sein.