Was die SBU berichtet

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU erklärt, russische Geheimdienste versuchten in grosser Zahl, Ukrainerinnen und Ukrainer unter falscher Identität anzuwerben. Die Anrufer oder Absender sollen sich dabei als Vertreter ukrainischer Sicherheitsbehörden ausgeben und Menschen zu Brandstiftungen, Anschlägen und anderen Straftaten drängen.

Nach Angaben der SBU wurden allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 Dutzende solcher Anwerbeversuche aufgedeckt.

Die SBU ist der Inlandsgeheimdienst der Ukraine. Sie ist unter anderem für Spionageabwehr, Terrorismusbekämpfung und Ermittlungen in sicherheitsrelevanten Fällen zuständig.

Wie der Druck aufgebaut werden soll

Nach Darstellung der Behörde arbeiten die Täter mit Einschüchterung und erfundenen Strafvorwürfen. Betroffene würden etwa mit einer angeblichen Strafbarkeit wegen des Kaufs medizinischer Produkte auf russischen Websites unter Druck gesetzt. In anderen Fällen würden Geldzahlungen verlangt, um nichtexistente Strafverfahren angeblich zu beenden.

Für die Beschaffung persönlicher Daten würden unter anderem Kundendatenbanken von Online-Shops genutzt. Die Kontaktaufnahme könne per Telefon, Nachricht oder mit gefälschten Vorladungen zu einem Verhör bei der SBU erfolgen. Auch fingierte Durchsuchungsbefehle sollen eingesetzt werden.

Bekannte Methode im Kriegskontext

Die Taktik ist im Kriegskontext nicht neu. Die SBU verweist darauf, dass russische Dienste diese Methode schon seit längerer Zeit nutzten. Als Beispiel wird ein ukrainischer Offizier genannt, der im vergangenen Jahr den Mord am Aktivisten Hanuł in Odessa begangen haben soll und erklärte, den Befehl von einer Person erhalten zu haben, die sich als SBU-Mitarbeiter ausgegeben habe.

Zugleich warfen Behörden in Russland ukrainischen Diensten in der Vergangenheit vor, Menschen auf ähnliche Weise unter dem Namen des FSB anzuwerben.