Das russische Kommando meldete Wladimir Putin gestern die Einnahme von Kostjantyniwka, einer wichtigen Stadt im Gebiet Donezk sowie eines grossen Industrie- und Verkehrsknotens. Zugleich hiess es, die russische Armee habe Kämpfe an den südöstlichen Stadträndern des benachbarten Oleksijewo-Druschkiwka begonnen, also an den Zugängen zu einer weiteren Stadt, Druschkiwka.

Der ukrainische Generalstab wies das zurück. In einem Medienkommentar erklärte der Sprecher der Behörde, Andrij Kowaljow, unter Verweis auf elektronische Systeme zur Truppenführung, die Lage bleibe schwierig, doch die Stadt befinde sich «unter Kontrolle der ukrainischen Kräfte».

Ukrainische Quellen verzeichnen auf ihren Karten keinen Verlust von Kostjantyniwka.

Telegram-Post mit Karte zur Lage um Kostjantyniwka
Karte zur umkämpften Lage rund um Kostjantyniwka

Nach Darstellung des Militärkanals Deep State gibt es in der Stadt praktisch keine Zonen stabiler russischer Kontrolle, abgesehen von einem kleinen Randgebiet im Süden. Die südliche Hälfte der Stadt liegt laut der Karte von Deep State in einer «grauen Zone», der Rest unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte. Diese graue Zone bildet faktisch jedoch einen «Kessel» um Gebiete mit ukrainischer Präsenz, mit nur einem schmalen Korridor nach Norden.

Zugleich berichtete der ukrainische Kämpfer «Mutschnoi» vor wenigen Tagen, russische Sturmgruppen hätten begonnen, die bewaldeten und bewachsenen Geländeabschnitte bei Osykowe zu «prüfen». Das liegt bereits nördlich von Kostjantyniwka an den Zugängen zu dem bereits erwähnten Oleksijewo-Druschkiwka.

Demnach würden sich russische Kräfte im Rücken jener Gruppierung bewegen, die Kostjantyniwka verteidigt, obwohl die Karten von Deep State dort keinerlei russische Präsenz ausweisen.

Russische Militärkanäle schrieben in den vergangenen Tagen zudem, russische Truppen würden «die letzten Häuserblocks» in Kostjantyniwka besetzen.

Am gestrigen Abend veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium ausserdem ein Video, das russische Soldaten mit russischen Fahnen zeigen soll, wie erklärt wurde, in verschiedenen Teilen der Stadt.

Ob dies jedoch auf eine stabile Kontrolle über ganz Kostjantyniwka hindeutet, bleibt vorerst unklar.