Angriffe in Kiew und im Umland

Kiew ist in der Nacht erneut aus der Luft angegriffen worden. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete im Holossijiwskyj-Bezirk ein Feuer in einem Wohngebiet. Im Obolonskyj-Bezirk gerieten Treibstoffreservoirs in Brand. Rettungskräfte berichteten zudem von Bränden in Garagen im Holossijiwskyj-Bezirk.

Im Browary-Bezirk des Gebiets Kiew starben nach Angaben des Leiters der Militärverwaltung des Gebiets Kiew, Mykola Tkatschenko, drei Menschen. Drei weitere wurden demnach verletzt. Beschädigt worden seien durch herabfallende Trümmer ein Wohnhaus, Nebengebäude und Autos; zudem habe ein Nichtwohngebäude Feuer gefangen.

Sechs ballistische Raketen laut Luftwaffe nicht abgefangen

Die ukrainischen Luftstreitkräfte teilten mit, Russland habe in der Nacht sechs ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt. Keine davon sei abgefangen worden.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, in Kiew sei ein Unternehmen namens «Fajer Point» getroffen worden, das Komponenten und Gefechtsköpfe für FP-5-«Flamingo»-Raketen herstelle. Zudem meldete Moskau einen Treffer auf Treibstofflager in Kiew. Der Brand von Treibstoffreservoirs im Obolonskyj-Bezirk war zuvor auch von Klitschko gemeldet worden.

Störungen bei Versorgung und Bahnverkehr

Die Supermarktkette Fora meldete einen Angriff auf ihre Lebensmittellager und warnte vor möglichen Engpässen bei einzelnen Waren. Nach Angaben des Unternehmens wurde ein erheblicher Teil der Produkte zerstört.

Auch bei der Kette Silpo kam es nach Angriffen auf Lager zu Problemen bei der Belieferung mit Lebensmitteln.

Gleichzeitig geriet der Bahnverkehr im ganzen Land unter Druck. Daten der ukrainischen Staatsbahn zeigen Verspätungen von zwölf Stunden und mehr. Fahrgäste berichteten teils, sie müssten ihre Ziele mit Bussen erreichen. Ukrsalisnyzja teilte mit, ein Lokomotivzug des Zugs Sumy–Kiew sei angegriffen worden.

Das Bahnunternehmen hatte bereits am Vortag erklärt, Russland habe die Eisenbahn in den vergangenen fünf Tagen 41 Mal angegriffen. Dabei seien elf Lokomotiven beschädigt worden. In diesem Zeitraum hätten Fahrgäste 350 Mal aus Zügen evakuiert werden müssen. Sechs Eisenbahner seien getötet und 17 verletzt worden.

Ukrsalisnyzja ist die staatliche Eisenbahngesellschaft der Ukraine. Sie ist für Personen- und Güterverkehr sowie weite Teile der kriegswichtigen Logistik zuständig.