Bewaffnung auf russischem LNG-Tanker entdeckt
Russland hat offenbar begonnen, einzelne Tanker mit Waffen auszustatten. Das berichtet The Times unter Verweis auf Beobachtungen auf der Brücke der Marschal Wassilewski, eines wichtigen russischen Tankers für den Transport von Flüssigerdgas.
Demnach wurden auf dem Schiff zwei fest installierte Geschütze entdeckt. Sie sollen mutmasslich dem Schutz vor Drohnen und möglichen Boarding-Versuchen dienen.
Signal an NATO und europäische Staaten
Der Sicherheitsexperte Patrick Bolder vom Haager Zentrum für Strategische Studien wertet die Bewaffnung als Warnsignal an westliche Staaten. Er sagte, damit solle deutlich gemacht werden, dass ein Boarding russischer Schiffe eine Eskalation auslösen könnte.
Versuchen Sie nicht, unsere Schiffe zu entern, denn das könnte einen Krieg provozieren.
Patrick Bolder · Haager Zentrum für Strategische Studien
Ein nicht namentlich genannter Geheimdienstvertreter sagte laut dem Bericht, die Bewaffnung eines Schiffs wie der Marschal Wassilewski könne europäische Staaten auch davon abhalten, andere Schiffe der sogenannten Schattenflotte zu kontrollieren.
Wenn sich herumspricht, dass Schiffe der Schattenflotte mit schweren Maschinengewehren ausgerüstet sein könnten, verändert sich die gesamte Risikobewertung für Boarding-Operationen westlicher Staaten. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand ein solches Schiff betritt, wird praktisch null. Niemand wird sich ihm mit einem Helikopter nähern. Wenn das Russlands Ziel war, dann hat es es erreicht.
Hintergrund: Druck auf die Schattenflotte
Die Entwicklung fällt in eine Phase verschärfter Aufmerksamkeit für russische Tanker, die sanktioniertes Öl oder Flüssigerdgas transportieren. Erst in der vergangenen Woche hatte Frankreich einen Tanker der sogenannten Schattenflotte festgesetzt.
Mit bewaffneten Handelsschiffen könnte Moskau das politische und militärische Risiko solcher Einsätze erhöhen. Damit würde es für europäische Staaten schwieriger, Sanktionen auf See praktisch durchzusetzen.




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