Zahlen aus dem Juni
Die russischen Truppen haben im Juni nach Berechnungen des ukrainischen Analyseprojekts DeepState 84 Quadratkilometer Gebiet eingenommen. Im Mai waren es demnach 14 Quadratkilometer. Damit hätte sich das Tempo des russischen Vormarschs im Monatsvergleich versechsfacht.
Die grössten russischen Erfolge in der zweiten Junihälfte verortet DeepState bei Kostjantyniwka, in Richtung Dobropillja sowie im Raum Huljajpole. Gleichzeitig beschreibt das Projekt die Lage für die ukrainischen Streitkräfte im Juni als schwieriger als noch im Mai.
Ukrainische Gegenbewegungen ohne Details
Nach Darstellung von DeepState gab es im Juni auch ukrainische Erfolge. Unter Einbezug dieser Bewegungen könnten die ukrainischen Streitkräfte mehr Gebiet zurückgewonnen haben, als Russland im selben Zeitraum besetzte. Konkrete Orte oder Zahlen nennt das Projekt dazu jedoch nicht.
Jetzt reift im Krieg ein Wendepunkt heran, und die weitere Entwicklung wird von den Entscheidungen des ukrainischen Kommandos abhängen. Wenn wir im Mai zwei Schritte nach vorn gemacht haben, dann im Juni bereits einen nach vorn und einen zurück.
DeepState
Aussagekraft der Frontkarten bleibt begrenzt
Die Entwicklung an der Front lässt sich derzeit nur eingeschränkt über Flächenangaben erfassen. Hintergrund ist eine breite graue Zone, in der keine Seite eine stabile Kontrolle ausübt und Drohnen die Bewegungen stark beeinflussen. Solche Karten zeigen deshalb nicht immer die tatsächliche Dynamik an der Front.
Wichtiger sind nach dieser Lesart grössere und dauerhafte Verschiebungen. Solche Bewegungen sehen auch ukrainische Quellen derzeit vor allem im Raum Kostjantyniwka sowie auf der Achse Slowjansk-Kramatorsk.
Gleichzeitig konzentrieren die ukrainischen Streitkräfte offenbar erhebliche Kräfte auf den südlichen Frontabschnitt in der Region Saporischschja. Dort gab es zuletzt auch Hinweise auf Gegenangriffe und einzelne ukrainische Vorstösse. Ob DeepState auf diese Entwicklung anspielt, bleibt offen.




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