In Polen steigt die Zahl der Angriffe und anderer Straftaten gegen Ukrainer vor dem Hintergrund einer schärferen antiukrainischen Rhetorik rechter Politiker. Darüber berichtet Politico.
Nach Angaben der polnischen Polizei wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2026 insgesamt 180 Straftaten gegen Ukrainer mit ethnischem Motiv registriert. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Staatsanwaltschaft teilt mit, dass mehr als 80 Prozent der zwischen Februar und Juni an Gerichte überwiesenen Verfahren wegen Hasskriminalität Ukrainer betrafen.
Politico bringt diese Entwicklung mit einem Wandel der gesellschaftlichen Stimmung in Verbindung. Laut Umfragen des polnischen Meinungsforschungsinstituts CBOS sank der Anteil der Polen mit positiver Haltung gegenüber Ukrainern von 51 Prozent im Jahr 2023 auf 29 Prozent im Januar 2026. Gleichzeitig stieg der Anteil negativer Einstellungen.
Als wichtigste Gründe nennen die Befragten historische Streitfragen, darunter die Debatte um die Wolhynien-Tragödie und die UPA, sowie Sozialleistungen für Ukrainer.
Das antiukrainische Thema wird mit Blick auf die Parlamentswahlen 2027 immer aktiver genutzt. Vertreter rechter Parteien fordern, die Hilfe für Kiew einzuschränken. Der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten von Recht und Gerechtigkeit, Przemyslaw Czarnek, erklärte, die militärische Hilfe für die Ukraine müsse ausgesetzt werden, solange das Land seine Geschichtspolitik nicht ändere.




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