Warnung aus dem Verteidigungsausschuss
Roman Kostenko, Sekretär des Verteidigungsausschusses der Werchowna Rada, sieht zwei mögliche Wendepunkte im Krieg, die aus seiner Sicht nicht zugunsten der Ukraine ausfallen würden. Zum einen nannte er eine mögliche neue russische Mobilisierung im Umfang von 300'000 bis 500'000 Menschen. Zum anderen schloss er nicht aus, dass Moskau an der Front taktische Atomwaffen einsetzen könnte.
Die Werchowna Rada ist das Parlament der Ukraine. Sie beschliesst Gesetze, bestätigt zentrale politische Entscheidungen und kontrolliert die Regierung parlamentarisch.
Wenn sie dort eine Mobilisierung von 300'000, 400'000 oder 500'000 Menschen ankündigen, dann wäre das der Wendepunkt in diesem Krieg. Und sicher nicht zu unseren Gunsten.
Roman Kostenko · Sekretär des Verteidigungsausschusses der Werchowna Rada
Kostenko äusserte sich in einem Interview auch zur Frage, ob Russland den Einsatz taktischer Atomwaffen in Betracht ziehen könnte. Er halte das für realistisch, sagte der Abgeordnete. Aus militärischer Sicht stellte er die Frage, was Russland von einem solchen Schritt abhalten würde, falls die eigenen Truppen in einer taktischen Sackgasse steckten und hohe Verluste erlitten.
Was Kostenko über taktische Atomwaffen sagt
Nach Darstellung des Abgeordneten wären taktische Atomwaffen aus russischer Sicht vor allem ein Mittel, um eine Verteidigungslinie zu durchbrechen und Truppen in den rückwärtigen Raum vorstossen zu lassen. Er sprach von einer möglichen Schadensfläche von etwa 5 mal 5 bis 10 mal 10 Kilometern, abhängig von Art und Stärke des Einsatzes.
Ich halte das für realistisch.
Roman Kostenko · Sekretär des Verteidigungsausschusses der Werchowna Rada
Kostenko sagte zugleich, er wolle niemandem Angst machen. Er argumentierte, ukrainische Planer müssten bei Offensiv- und Verteidigungsoperationen alle Fähigkeiten des Gegners einbeziehen. Dazu gehöre aus seiner Sicht auch ein Szenario, das bislang nicht eingetreten ist, aber militärisch mitgedacht werden müsse.
Seine Aussagen sind keine Ankündigung eines bevorstehenden Schritts Russlands, sondern eine Einschätzung möglicher Eskalationspfade aus Sicht eines ukrainischen Sicherheitspolitikers.




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