Warschau nennt den Raketentyp

Polen hat offiziell bestätigt, dass am Vortag eine russische Ch-101 auf polnischem Staatsgebiet eingeschlagen ist. Das sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Cezary Tomczyk laut RMF 24.

Tomczyk erklärte zudem, die Rakete könne mit einem nuklearen Sprengkopf ausgerüstet werden. Damit verschärft sich der sicherheitspolitische Charakter des Vorfalls, auch wenn aus den vorliegenden Angaben nicht hervorgeht, dass die eingesetzte Rakete entsprechend bestückt gewesen wäre.

20 Raketen flogen in Richtung Polen

Nach Angaben aus Warschau flogen in jener Nacht insgesamt 20 Raketen durch die Ukraine in Richtung Polen. Ein ukrainischer Pilot habe bis zuletzt versucht, die betroffene Rakete abzufangen, dann aber 20 Sekunden vor der polnischen Grenze abgedreht, damit er nicht selbst von einer polnischen F-16 abgeschossen werde.

Ob der Start der Rakete in Richtung Polen absichtlich erfolgt sei, liess Tomczyk offen. Auf eine entsprechende Frage antwortete er, jede der denkbaren Varianten sei möglich.

Polen verweist auf frühere Vorfälle

Tomczyk fügte hinzu, inzwischen sei eindeutig festgestellt, dass russische Drohnen am 10. September absichtlich in den polnischen Luftraum eingedrungen seien, um die NATO zu testen.

Die Äusserungen deuten darauf hin, dass Warschau einzelne Grenzverletzungen nicht mehr nur als Folge fehlgeleiteter Flugkörper bewertet, sondern auch als mögliche Form gezielter Erprobung westlicher Reaktionen.