Schäden in mehreren Stadtteilen
Bei einem russischen Nachtangriff auf Kiew sind nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes zehn Menschen verletzt worden, darunter auch ein Kind. In mehreren Stadtteilen wurden Brände und Schäden an ziviler Infrastruktur gemeldet.
Im Solomjanskyj-Bezirk geriet nach einem Einschlag ein dreistöckiges Büro- und Lagergebäude in Brand. An einer weiteren Adresse wurde eine Eisenbahnlokomotive beschädigt. Im Darnyzkyj-Bezirk schlug eine Rakete auf der Fahrbahn der Charkiwer Chaussee ein. Dort geriet eine Schaltanlage in Brand, die für den Betrieb von Verkehrsampeln wichtig ist. Zudem brannte laut Bürgermeister Vitali Klitschko eine Transformatorenstation, in benachbarten Wohnhäusern wurden Fenster zerstört.
Auch im Dniprowskyj-Bezirk brach auf einem Lagergelände ein Feuer aus. In der Region Kiew wurde nach Angaben des Zivilschutzes zudem ein Grossbrand auf rund 4'000 Quadratmetern an einem Infrastrukturstandort gelöscht.
Luftwaffe meldet Treffer durch ballistische Raketen
Nach der Morgenmeldung der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland in der Nacht sechs ballistische Raketen vom Typ Iskander-M beziehungsweise S-400, vier gelenkte Luft-Boden-Raketen Ch-59/69, zwei Antiradarraketen Ch-31 sowie 121 Kampfdrohnen verschiedener Typen ein.
Abgefangen wurden demnach zwei Raketen des Typs Ch-59/69 sowie 111 Drohnen. Bei den sechs ballistischen Raketen meldete die Luftwaffe hingegen keine Abschüsse. Registriert wurden Einschläge von sechs ballistischen Raketen, zwei Raketen Ch-59/69 und sieben Drohnen an insgesamt elf Orten. Das Schicksal von zwei Ch-31-Raketen war zunächst noch unklar.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, der Ukraine fehlten weiterhin die Mittel, um ballistische Raketen wirksam abzufangen.
Wir erwarten von unseren Partnern die Erfüllung der Zusagen zu Unterstützungspaketen zum Schutz unserer Menschen, über die während des NATO-Treffens Einigkeit erzielt wurde.
Wolodymyr Selenskyj · Präsident der Ukraine
Diskussion über Warnzeiten und russische Angaben zu Angriffszielen
In sozialen Netzwerken berichteten Einwohner von Kiew, Einschläge seien in der Nacht teils bereits vor einer Luftwarnung zu hören gewesen. Der Abgeordnete Oleksandr Fedijenko erklärte, bei Angriffen mit S-400-Raketen sei die Vorwarnzeit äusserst kurz, eine frühzeitige Aktivierung der Sirenen sei deshalb häufig nicht möglich.
Jetzt müssen wir unser Leben so planen, dass Raketen in jeder Minute einschlagen können.
Oleksandr Fedijenko · Abgeordneter
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in Kiew seien Betriebe getroffen worden, die an der Produktion von Drohnen mittlerer und grosser Reichweite beteiligt seien. Genannt wurden unter anderem die Unternehmen Aerodron und Fanplit. Aus der Ukraine gab es dafür zunächst keine Bestätigung.
Ausserdem meldete Moskau Angriffe auf Hafenanlagen in Odessa, Tschornomorsk und Ismajil. Einen Angriff auf Hafeninfrastruktur in der Region Odessa hatten die regionalen Behörden bereits am Vorabend bestätigt.




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