Putin kritisiert Schreiben aus Kiew
Wladimir Putin hat ein Schreiben von Wolodymyr Selenskyj scharf kritisiert und erklärt, er sehe derzeit keinen Sinn in einem persönlichen Treffen. Nach seinen Worten habe er den Brief am Vorabend nur «flüchtig» angesehen.
Mir hat Peskow dieses Papier zugesteckt. Ich habe es flüchtig durchgesehen.
Wladimir Putin
Putin sagte weiter, die von Selenskyj gewählte Form der Kommunikation sei falsch. Kiew habe sich für eine öffentliche Diskussion entschieden, und das sei aus seiner Sicht unangebracht. Zudem warf er dem Schreiben «Elemente der Unhöflichkeit» vor.
Kiew hielt es für möglich, zu einer öffentlichen Diskussion überzugehen, und das ist völlig falsch.
Wladimir Putin
Ein Treffen mit Selenskyj halte er derzeit nicht für sinnvoll. Die ukrainische Seite wolle aus seiner Sicht vor allem den russischen Vormarsch stoppen, Russland brauche dagegen Vereinbarungen.
Ich sehe keinen Sinn darin, dass wir uns treffen. Der Sinn der ukrainischen Seite ist es, unseren Vormarsch zu stoppen, und wir brauchen Vereinbarungen.
Wladimir Putin
Hinweis auf Kontakt über einen russischen Geschäftsmann
Putin sagte zudem, Ende Mai habe sich ein russischer Geschäftsmann in Kiew mit Selenskyj getroffen. Das Treffen sei nach seinen Angaben auf Wunsch aus Kiew zustande gekommen, der Kreml habe im Voraus davon gewusst. Der Geschäftsmann habe ihm berichtet, Selenskyj habe um ein Treffen mit Putin gebeten.
Im selben Zusammenhang verwies Putin auf einen Angriff auf ein Studentenwohnheim in der von Russland kontrollierten «Luhansker Volksrepublik» vom 22. Mai. Er bezeichnete diesen als schweres Verbrechen und stellte die Frage, wie ein Treffen erbeten und zugleich ein solcher Angriff verübt werden könne.
Putin bekräftigt Kriegsziele im Donbass
Gleichzeitig machte Putin deutlich, dass Russland die Kampfhandlungen nach seinen Worten bis zum Erreichen aller gesetzten Ziele fortsetzen werde. Als eines dieser Ziele nannte er die vollständige Einnahme der gesamten Region Donezk. An anderer Stelle sprach er vom vollständigen Besitz des gesamten Donbass als «erster Aufgabe» Russlands im Rahmen des Krieges.
Putin sagte ausserdem, zentrale Fragen müssten Russland und die Ukraine untereinander klären; andere Staaten könnten dafür Bedingungen schaffen und als Garanten auftreten.
Zur Lage in Russland erklärte er in St. Petersburg zudem, die russische Wirtschaft stehe weder aktuell noch in absehbarer Zeit vor einer Bedrohung. Angriffe auf Infrastruktur verursachten zwar einen gewissen Schaden, zeigten aus seiner Sicht aber vor allem die Notwendigkeit, die Luftabwehr weiter zu stärken.




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