Der Kreml hat Sanktionen umgehen können und Ausrüstung für den 3D-Druck von Turbinen für Strahltriebwerke von Drohnen erhalten, die jener ähnelt, die in westlichen Rolls-Royce-Werken verwendet wird. Das berichtet The Economist unter Berufung auf eine Quelle aus dem Bereich der Luftabwehr.
Dadurch seien die Kosten für die in Russland hergestellten Strahldrohnen um die Hälfte oder noch stärker gesunken, auf etwa 50'000 bis 70'000 Dollar, und dürften weiter fallen, schreibt das Magazin.
Das verschlechtert die Aussichten der Ukraine für den kommenden Winter erheblich. Eine Quelle im Kommando der ukrainischen Luftabwehr sagt, bei den jüngsten Angriffen seien nur 30 Prozent der Strahldrohnen abgeschossen worden. Noch alarmierender sei, dass die Drohnen wertvolle Ziele treffen konnten, die ballistische Raketen während vier Jahren verfehlten.
Gefahr für Umspannwerke und Stromversorgung
Russland konzentriert sich nach Einschätzung des Magazins derzeit vermutlich vor allem auf rund 140 Umspannwerke, die von Ukrenerho verwaltet werden.
Zu einem ernsten Problem könnte die Stromversorgung anfälliger Städte wie Kiew, Odessa und Krywyj Rih werden, falls Russland deren lokale Erzeugungskapazitäten zerstört.
Die Hauptstadt ist dabei besonders verwundbar. Einige Umspannwerke rund um Kiew verfügen über keine Reservestromquellen. Das gilt ebenso für die Anbindung der Stadt an die Atomkraftwerke, die den grössten Teil ihres Stroms liefern.
Auch die Stromversorgung des Wassersystems ist bedroht. Fällt sie aus, kommen Kanalisation und Fernheizung zum Stillstand.
Besserer Schutz, aber wachsende Bedrohung
Gleichzeitig sind die ukrainischen Energieanlagen laut The Economist heute deutlich besser geschützt als in früheren Wintern. Grund dafür ist ein umfangreiches Programm zum Bau von Schutzanlagen, darunter massive Betonkonstruktionen.
Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass sich die russische Bedrohung schneller entwickelt.
Russland hat die Produktion ballistischer Raketen erhöht und stellt inzwischen etwa 100 pro Monat her, genau in einer Phase, in der die Lieferungen von Abfangraketen stark zurückgegangen sind.
In den vergangenen vier Monaten hat die Zahl der Angriffe Monat für Monat neue Höchststände erreicht.
Maksym Timtschenko · Generaldirektor von DTEK
Die grossen Heizkraftwerke Kiews sind zu gross, um sie vollständig zu schützen.
Ein konzentrierter ballistischer Schlag kann jedes unserer Kraftwerke zerstören.
Maksym Timtschenko · Generaldirektor von DTEK




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