Vorwürfe aus Kiew an Minsk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Belarus vorgeworfen, entlang der Grenze Technik bereitzustellen, die Russland bei Drohnenangriffen auf ukrainisches Gebiet unterstütze. In seiner abendlichen Ansprache sagte er, die Ukraine habe vier solche Relaisstationen in den Regionen Homel und Brest identifiziert.
Nach seinen Angaben wurden diese Anlagen bei Angriffen auf die Regionen Schytomyr, Riwne und Wolhynien sowie gegen Energie- und Eisenbahninfrastruktur genutzt. Selenskyj erklärte, Belarus habe noch Zeit, diese Technik abzubauen.
Das hilft Russland, sich an den Druck anzupassen, und bringt den Frieden nicht näher.
Wolodymyr Selenskyj · Präsident der Ukraine
Auch Lieferungen an Russland im Fokus
Selenskyj verband die Warnung an Minsk mit wirtschaftlichen Vorwürfen. Kiew kenne nach seinen Worten auch belarussische Unternehmen, die Russland mit Komponenten für Waffen und mit Treibstoff belieferten.
Für den Zeitraum Januar bis Mai seien die Benzinlieferungen aus Belarus nach Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um das 13-Fache gestiegen, die Diesel-Lieferungen um das Dreifache, sagte Selenskyj. Zudem habe Kiew die belarussische Führung vor möglichen Folgen einer weiteren Verwicklung des Landes in den Krieg gewarnt.
Belarus bleibt eng an Russland gebunden
Die Aussagen deuten auf wachsenden Druck Kiews auf Minsk, die Unterstützung Russlands einzuschränken. Zugleich ist Belarus wirtschaftlich und politisch eng mit Russland verflochten. Dazu gehören Treibstofflieferungen und Verbindungen im Rüstungsbereich.
Ob die Warnung aus Kiew vor allem auf den Abbau der genannten Technik zielt oder breiter auf eine Einschränkung der belarussisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen, bleibt offen. Ebenso unklar ist, ob daraus eine neue militärische Eskalation an der Nordgrenze der Ukraine entstehen könnte.




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