Vor dem G7-Treffen wächst der diplomatische Druck
Vor dem G7-Gipfel in der kommenden Woche wollen mehrere europäische Staaten US-Präsident Donald Trump für einen neuen Anlauf in den Verhandlungen über den Krieg in der Ukraine gewinnen. Nach Angaben von Bloomberg streben Grossbritannien, Frankreich und Deutschland an, dass Washington Gespräche mit Russland unterstützt und dabei auf eine Linie einschwenkt, die näher bei den Positionen Kiews und der europäischen Verbündeten liegt.
Im Zentrum steht demnach die Forderung nach einer Waffenruhe entlang der aktuellen Frontlinie sowie nach einer Stationierung westlicher Friedenstruppen in der Ukraine. Europa will Trump dazu bewegen, diese Position zu unterstützen und gegenüber Wladimir Putin Druck für Gespräche auszuüben, an denen Ukraine, Russland, USA und EU beteiligt wären.
Abkehr von früheren Verständigungen als Ziel
Aus europäischer Sicht hat sich die militärische Lage zuletzt eher zugunsten der Ukraine verändert. Daraus leiten London, Paris und Berlin laut den vorliegenden Angaben die Möglichkeit ab, frühere, für Kiew ungünstige Verständigungen zwischen Trump und Putin zu revidieren.
Im Kern geht es darum, einen Verhandlungsrahmen zu verhindern, der die Ukraine zu weitreichenden Zugeständnissen drängen könnte, insbesondere im Donbass. Entscheidend ist für Europa offenbar, dass Washington Kiew nicht zu Bedingungen drängt, die zuvor zwischen Trump und Putin besprochen worden sein sollen.
Moskau signalisiert Gesprächsbereitschaft, aber nur zu eigenen Bedingungen
Putin hatte in der vergangenen Woche signalisiert, dass Russland grundsätzlich zu Gesprächen mit Europa bereit sei. Diese Bereitschaft knüpft Moskau den vorliegenden Angaben zufolge jedoch an frühere Verständigungen mit Trump. Damit prallen zwei Ansätze aufeinander: Europa will einen neuen Verhandlungsrahmen schaffen, Russland hält an einem bereits abgesteckten fest.
Ob es tatsächlich bereits im Juli zu einem solchen Format kommt, ist offen. Ebenso unklar bleibt, ob Trump bereit ist, seine bisherige Rolle als Vermittler aufzugeben und sich eindeutig auf die Seite Europas und der Ukraine zu stellen.
In Europa wächst auch die Sorge vor einer russischen Reaktion
Mit einer klaren amerikanischen Abkehr von früheren Absprachen wäre aus Sicht europäischer Hauptstädte zwar das Risiko geringer, dass Kiew unter Druck gerät. Zugleich könnte ein solcher Kurswechsel die Lage verschärfen. In Moskau könnte er als Bruch bisheriger Erwartungen verstanden werden.
In diesem Zusammenhang wird in Europa auch die Möglichkeit diskutiert, dass der Kreml auf eine offene Abkehr Washingtons mit neuer Eskalation reagieren könnte. Welche Form das annehmen würde, bleibt offen. Damit ist die Frage nach Trumps Haltung nicht nur für mögliche Verhandlungen entscheidend, sondern auch für das unmittelbare Eskalationsrisiko im Krieg.




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