Der sichtbare Streit über ein Kriegsende konzentriert sich auf den ukrainisch kontrollierten Rest des Gebiets Donezk, obwohl dahinter weit grössere strategische Ziele stehen.
Im UNO-Sicherheitsrat drängen die USA auf ein rasches Ende der Kämpfe. Die Ukraine signalisiert zugleich, dass ihre Bereitschaft zu einer Feuerpause entlang der Frontlinie nicht selbstverständlich bleibt.
Kiew und Washington beraten laut The Economist über ein zweistufiges Modell für eine Waffenruhe entlang der Front. Russland weist einen europäischen Ansatz zurück und beharrt auf eigenen Bedingungen.
Kiew verbindet die Hoffnung auf ein Kriegsende vor dem Winter mit der Forderung nach mehr Druck auf Russland und zusätzlicher Energie- sowie Luftabwehrhilfe.
Europa will Trump dazu bewegen, einen neuen Verhandlungsrahmen für die Ukraine zu unterstützen und sich von früheren Verständigungen mit Moskau zu lösen.
Vier europäische Staaten wollen Friedensverhandlungen auf Basis der aktuellen Frontlinie, Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eingefrorene russische Vermögen bis zu Entschädigungen an Kiew.
Der Vorstoss für ein persönliches Treffen mit Putin soll nach dieser Lesart vor allem zeigen, dass Moskau eine Feuerpause entlang der Frontlinie blockiert.
Putin weist Selenskyjs Vorschläge für ein Treffen und eine Waffenruhe zurück. Der Brief aus Kiew sollte dennoch mehrere politische Adressaten erreichen.
Ein Waffenstillstand kann in der Ukraine Leben retten. Doch ohne klare Regeln, Garantien und Kontrolle droht er zur Pause vor dem nächsten Krieg zu werden.
Die Ukraine lehnt nicht Frieden ab, sondern die rechtliche Anerkennung russischer Gebietsgewinne. Warum für Kiew zwischen Waffenstillstand und Gebietsabtretung ein grundlegender Unterschied besteht.
Ein Bericht von JPMorganChase skizziert für die Ukraine keinen Siegfrieden, sondern ein «finnisches» Szenario: begrenzte Sicherheitszusagen, territoriale Verluste und ein Überleben des Staates unter harten Einschränkungen.